Die am häufigsten gestellten Fragen zur betrieblichen Altersversorgung

1. Lohnt sich die Entgeltumwandlung auch wenige Jahre vor der Rente?

Ja, denn Sie profitieren auch zu diesem Zeitpunkt noch erheblich von der Steuer- und Sozialabgabenfreiheit. Die Versteuerung findet erst bei der Auszahlung im Alter statt. Aber dann ist die Steuerbelastung in der Regel deutlich niedriger. Die Stiftung Warentest hat im „Finanztest Spezial – Altersvorsorge im Betrieb“ die Entgeltumwandlung auch Arbeitnehmern über 55 Jahren empfohlen.  

2. Hat die Entgeltumwandlung auch Nebenwirkungen?

Wenn Sie Bruttolohn in Versorgungslohn umwandeln, werden für die umgewandelten Gehaltsteile keine Beiträge zur Sozialversicherung (SV) einbehalten. Deswegen hat die Beitragsersparnis geringfügige Leistungsminderungen bei der gesetzlichen Rentenversicherung, dem Arbeitslosengeld und dem Krankengeld zur Folge. Der Vorteil der Beitragsersparnis überwiegt jedoch deutlich diesen Nachteil. Beispiel: Bei 100 Euro Gehaltsumwandlung wird monatlich ein SV-Beitrag in Höhe von rund 20 Euro eingespart. Der Beitragsersparnis von jährlich ca. 240 Euro steht eine Minderung der gesetzlichen Rente von monatlich 1,07 Euro für jedes Jahr der Entgeltumwandlung gegenüber. Da die Beitragsersparnis in eine attraktiv verzinste betriebliche Versorgung eingezahlt wird, erzielen Sie eine deutlich höhere Monatsrente. Das zeitlich befristete Krankengeld/Arbeitslosengeld verringert sich analog zum Umwandlungsbetrag. Die Positivwirkung eines lebenslangen zusätzlichen Rentenbezugs kompensiert dies jedoch bei weitem. Zudem fällt dies natürlich nur dann ins Gewicht, wenn überhaupt Krankengeld/Arbeitslosengeld in Anspruch genommen wird.  

3. Hat die Entgeltumwandlung Auswirkungen auf die Zusatzversorgung?

Nein. Bei der Zusatzversorgung (ZVK/VBL) ergeben sich keine Änderungen. Weder sinkt durch die Entgeltumwandlung die Leistung der Zusatzversorgung, noch wird eine Anrechnung vorgenommen.  

4. Sind die Leistungen in der Krankenversicherung der Rentner beitragspflichtig?

Sofern Sie in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) pflichtversichert sind, haben Sie aus Versorgungsbezügen Beiträge in die GKV und die gesetzliche Pflegeversicherung zu leisten. Für freiwillig in der GKV Versicherte gilt grundsätzlich das selbe.

5. Was passiert, wenn ich mir die Entgeltumwandlung nicht mehr leisten kann?

Es besteht die Möglichkeit, die Beitragszahlung im Einvernehmen mit Ihrem Arbeitgeber zu verringern oder einzustellen. Die Beiträge und Leistungen werden der neuen Situation angepasst.  

6. Was passiert, wenn ich aus der Firma ausscheide?

Als versicherte Person haben Sie von Beginn an einen unwiderruflichen Anspruch auf die versicherten Leistungen. Auch bei Ausscheiden bleiben Ihnen die Versorgungsansprüche gemäß der vereinbarten Versorgungszusage erhalten.  

7. Wer kann Leistungen im Todesfall erhalten?

Sofern bei Ihrem Tod Leistungen fällig werden, sind in der genannten Reihenfolge widerruflich begünstigt: Ihr Ehegatte bzw. Ihr/e Lebenspartner/in in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft; falls dieser nicht vorhanden ist, Ihre kindergeldberechtigten Kinder bis zu einem bestimmten Höchstalter; falls Sie auch keine kindergeldberechtigten Kinder haben, Ihr/ namentlich benannte/r Lebensgefährte/in bzw. Lebenspartner/in einer nicht eingetragenen Lebenspartnerschaft (eheähnliche Lebensgemeinschaft).

Sie haben weitere Fragen: Zur Portabilität (Mitnahme beim Arbeitgeberwechsel), zu den Höchstgrenzen der Förderung und zu Wechselwirkungen mit bestehenden betrieblichen Altersvorsorgeverträgen?

Wir beraten Sie gerne!

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